„Camp Stahl“ in Solingen

Carsten Stahl fesselt in seinem „Stahl Camp“ Jugendliche der Produktionsschule

Carsten Stahl war zu Gast in den Ausbildungswerkstätten der Gabe in Solingen. Dort leitete er einen 4-tägigen Workshop zu Werten, Toleranz und Mut zur Zivilcourage mit 80 Jugendlichen, der von der Leiterin der Produktionsschulwerkstatt, Sarah Starosky, im Auftrag des „Salz“ initiiert und organisiert wurde.

Im Workshop wurden Mobbing, Gewalt, Drogen und Umgang mit Vorurteilen zu den bearbeiteten Themen. Carsten Stahl ist kein ausgebildeter Pädagoge. Er erreicht seine Zuhörer über seine Lebensgeschichte. Stahls Kindheit und Jugend in Berlin Neukölln war geprägt von Gewalterfahrungen, Bandenkriminalität und Gefängnis. Viele junge Menschen können sich mit ihm identifizieren, weil sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Carsten Stahl besticht durch seine außergewöhnliche Erscheinung. Er besitzt Cleverness und eine Präsenz, der man sich kaum entziehen kann. Die Jugendlichen schauen zu ihm auf. Er ist einer von ihnen, der ihre Sprache spricht. In der Fernsehserie „Privatdetektive im Einsatz“, hat er sich durch sein authentisches Verhalten ein hohes Maß an Respekt in dieser Zielgruppe erarbeitet.

Für sein Leben hat er, inspiriert durch die Geburt seines Sohnes, entschieden, einen positiven Weg zu beschreiten. Das will er auch den jungen Menschen vermitteln. Sein Ziel: „Räume öffnen“ – das heißt, die Jugendlichen so zu berühren, dass sie verstehen, wie sie ihre Zukunft gestalten können.

Seit drei Jahren begeistert er mit seiner Initiative „Camp Stahl“ Schulklassen in ganz Deutschland. Die Medien sind auf seinen Ansatz aufmerksam geworden. Im April strahlte Arte eine Dokumentation seiner Arbeit in einer Grundschulklasse aus.

„Camp Stahl“ ist eine Marke geworden, sein Rezept: Auf unkonventionelle Art und Weise, laut und radikal, Schülern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen ihre Situation verdeutlichen und sie ermutigen, positiv ihr Leben in die Hand zu nehmen.

Das „Camp Stahl“ greift überall ein, wo Konflikte die Gemeinschaft stören. Seine Kursinhalte sind präzise, sein Camp besteht im Wesentlichen aus Carsten Stahl, einem Banner und den Zuhörern.

Die Auszubildenden in der Werkstatt hat Stahl nachhaltig gepackt. Während des Workshops war es in der Werkstatt plötzlich ungewöhnlich leise. Carsten Stahl erzählt seine Geschichte, die bewegt. Die Zuhörer werden erinnert, wo bin ich Täter, wo Opfer. Alte Rollenmuster werden in Frage gestellt. Nach und nach finden viele den Mut, ihre Geschichte zu erzählen. Mobbing, kaputte Familien Drogen, Knast … vieles wird zum ersten Mal öffentlich erzählt. Aber es geht auch um Mut machen. Das Leben in die eigene Hand nehmen, eine Perspektive finden. Stahl hat sich entschieden, sein Leben diesen Werten zu widmen.

(Autoren: Sarah Starosky & Jürgen Meyer)